Nach uns die Sintflut
RALPH SCHULZE ausland@tageblatt.lu
Warum ist es so schwer, den Klimawandel zu bremsen? Weil das drohende Horrorszenarium noch weit weg und ziemlich abstrakt scheint. Weil vielleicht erst kommende Generationen den Klimaschock richtig zu spüren bekommen. Weil vielen Politikern bisher der Mut und auch der Wille zu radikalen Schritten fehlte. Und mancherorts das Motto überwog: Nach uns die Sintflut.
Dabei wird mit jedem Jahr, das ungenutzt verstreicht, der Klimaschutz um viele Milliarden Euro teurer und die Schäden um ein Vielfaches größer. Deshalb ist es so wichtig, die dramatischen Folgen dieser schleichenden Katastrophe klar zu sehen: Mehr Hunger, Not und Wassermangel beim ohnehin schon darbenden EU-Nachbarn Afrika, den es am schlimmsten treffen wird.
Und in Europa Millionen afrikanische Umweltflüchtlinge, die der Dürre in ihren Heimatländern entkommen wollen. Küstennahe Landschaften und Urlaubsstrände, die vom ansteigenden Meer verschluckt werden. Auch vor unserer Tür verheerende Unwetter und tropische Krankheiten. Es ist keine Panikmache, zu behaupten, dass vom Klimagipfel die Umweltzukunft dieser Welt abhängt.
Der Streit zwischen den hauptverantwortlichen Industrieländern und den Schwellenländern lässt allerdings vermuten, dass am Ende des Verhandlungsmarathons vermutlich ein Minimalkompromiss stehen wird. Versteckt hinter einer feierlichen, aber unverbindlichen Absichtserklärung der Staats- und Regierungschefs.





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